Ratgeber · Turnierform
Das Ryder-Cup-Format im Club
Im Ryder-Cup-Format treten zwei Teams in mehreren Runden gegeneinander an, und jedes Match bringt einen Punkt. So spielen Europa und die USA ihren Ryder Cup, und so funktioniert das Format auch im Golfclub, beim Vergleich mit dem Nachbarclub oder auf der Golfreise. Hier steht, wie der Modus aufgebaut ist, welche Spielformen passen und wie ein Spielplan für 16 oder 24 Spieler aussieht.
Christian Grundner, Golf Buddy Cup ·
Modus und Regeln
- Zwei Teams treten gegeneinander an, etwa Club gegen Club, Nord gegen Süd oder Damen gegen Herren.
- Sessions. Ein Ryder Cup besteht aus mehreren Runden, den Sessions. In einer Session spielen alle Paarungen dieselbe Spielform, von Session zu Session wechselt sie.
- Ein Punkt je Match. Wer sein Match gewinnt, holt einen Punkt für sein Team. Endet es All Square (AS), bekommt jede Seite einen halben Punkt.
- Sieg ab der Mehrheit. Gewonnen hat das Team, das mehr als die Hälfte der möglichen Punkte holt. Bei 12 Punkten sind das 6½. Bei Gleichstand behält der Titelverteidiger den Cup.
Welche Spielform zu welcher Session passt
Der klassische Ablauf mischt Zweier-Spielformen und endet mit den Einzeln:
- Foursome (klassischer Vierer): Beide Spieler eines Teams spielen abwechselnd denselben Ball. Das verlangt Abstimmung und geht schnell.
- Four-Ball (Vierball): Jeder spielt seinen eigenen Ball, das bessere Ergebnis am Loch zählt für das Team. Das verzeiht Fehler und dauert etwas länger.
- Einzel zum Schluss: Jeder Spieler trifft auf einen Spieler des anderen Teams. Meist fällt hier die Entscheidung, weil in den Einzeln die meisten Punkte vergeben werden.
Für eine lockere Runde passen auch Scramble oder Greensome (Vierer mit Auswahldrive) statt des Foursome. Alle Spielformen erklärt
Drei Beispielpläne
So schlägt der Assistent von Buddy Cup den Spielplan vor, jeweils netto mit Spielvorgabe und einem Punkt je Match:
- 16 Spieler, 1 Tag, 18 Löcher
- Sessions
- Four-Ball über 9 Löcher (4 Matches), dann Einzel über 9 Löcher (8 Matches)
- Punkte
- 12
- Sieg ab
- 6½
- 16 Spieler, Wochenende, je 18 Löcher
- Sessions
- Samstag Foursome und Four-Ball, Sonntag Foursome und Einzel, je über 9 Löcher
- Punkte
- 20
- Sieg ab
- 10½
- 24 Spieler, Wochenende, je 36 Löcher
- Sessions
- Samstag Foursome und Four-Ball, Sonntag Foursome und Einzel, je über 18 Löcher
- Punkte
- 30
- Sieg ab
- 15½
| Rahmen | Sessions | Punkte | Sieg ab |
|---|---|---|---|
| 16 Spieler, 1 Tag, 18 Löcher | Four-Ball über 9 Löcher (4 Matches), dann Einzel über 9 Löcher (8 Matches) | 12 | 6½ |
| 16 Spieler, Wochenende, je 18 Löcher | Samstag Foursome und Four-Ball, Sonntag Foursome und Einzel, je über 9 Löcher | 20 | 10½ |
| 24 Spieler, Wochenende, je 36 Löcher | Samstag Foursome und Four-Ball, Sonntag Foursome und Einzel, je über 18 Löcher | 30 | 15½ |
Der erste Plan dauert mit Startabständen gut fünfeinhalb Stunden. Beim dritten sind es an jedem Tag rund zehn Stunden, das ist ein langer Golftag.
Teams bilden
Stehen die Teams schon fest, etwa beim Clubvergleich, tragt ihr die Spieler direkt ein. Sonst melden sich alle über einen Link an, und die Turnierleitung teilt die Teams danach zu. Gleich stark müssen die Teams nicht sein, weil die Spielvorgaben den Unterschied im HCPI in jedem Match ausgleichen.
Vorgaben im Ryder Cup
Gespielt wird meist netto. Jeder Spieler hat seine Spielvorgabe aus HCPI, Abschlag und Platz. Daraus entsteht je Spielform die Vorgabe des Spielers oder des Teams. Wer im Match die niedrigste Vorgabe hat, spielt ohne Schläge. Die anderen bekommen die Differenz dazu, im WHS-Standard ganz, im Club-Modus zu ¾. Wie das Schritt für Schritt geht, steht im Matchplay-Lexikon.
Challenges als Extra
Nearest to the Pin auf einem Par 3 oder Longest Drive auf einem Par 5 bringen in jeder Session einen halben Punkt zusätzlich für das Team des Siegers. Das hält auch die Spieler bei Laune, deren Match früh entschieden ist.
Den Stand live zeigen
Spannend wird der Ryder Cup, wenn alle sehen, wie es steht. In Buddy Cup trägt jede Paarung ihr Match Loch für Loch ein, auch ohne Netz. Der Gesamtstand steht auf der Turnierseite, sobald die Eingabe übertragen ist, per Link auch für die, die nicht mitspielen. Bei öffentlichen Turnieren braucht das keinen Login.